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September
war es und wir befanden uns im Karpatenwald. Wir, das waren mein Chef, der
ortsansässige Jagdführer und ich. Nach einen Blitzaufbruch den der Chef bei
tiefer Finsternis eingeleitet hatte stürmten wir mehr als wir pirschten durch
den im nächtlichen Licht gespenstisch bizarr erscheinenden Forst, hinter dem Boss
her. Unsere Pirsch galt einen Hirsch dessen eine Stange unterhalb der
Mittelsprosse abgekämpft war. Die abgekämpfte Stange war gefunden worden und
wog mit ihren acht Enden "fünfeinhalb" Kilo, es handelte sich bei
diesen Hirsch wahrlich um einen König des Waldes. Diesen Hirsch wollten wir
finden und erlegen. Das Einstandsgebiet war bekannt und als wir dem näher kamen
wurde auch anstatt zu rennen gepirscht. Da vor einigen Tagen Wölfe in das
Revier eingewechselt waren verschwiegen die Hirsche sehr und meldeten nur
zaghaft. Für unser Unternehmen war das alles andere als förderlich, aber
unverdrossen.....! Langsam begannen sich aus der Finsternis die Konturen der Bäume
und Sträucher herauszuschälen und füllten sich mit diffusem grau. Nun konnten
wir auch einige zehn Meter weit sehen. Vorsichtig pirschten wir von Baum zu
Baum, hielten inne um zu hören, zu sehen, zu erahnen was der Forst uns noch
verbarg. Allmählich drang das Licht durch die Baumkronen zu uns herunter während
einige Hirsche verhalten in der Nähe meldeten, der Stimme nach aber war nichts
jagdbares darunter was sich anzupirschen lohnte. Wieder schlichen wir pirschend
zum nächsten Baum als es geschah. Der Jagdführer musste Blei in den Stiefeln
haben, denn es knackte fürchterlich als ein Ast unter seinen Gewicht zerbrach.
Die Folge war das der gesuchte Hirsch etwa fünfzig Meter vor uns aus einen Gebüsch
heraus hochflüchtig abging. Ich konnte gerade noch eine gewaltige Stange am
Haupt des Hirschen erkennen und sehen das im die eine fehlte. Zweifelsohne, das
war der Gesuchte gewesen. Der Stimmung half das nun auch nicht, zuerst die Wölfe
und jetzt hatte uns der Pirschführer auch noch den Hirsch vergrämt. Mit
starren, eisig schweigenden Gesicht übernahm mein Chef die weitere Führung des
Unternehmens. Wir zogen weiter, sahen einige gut veranlagte Hirsche der
Mittelklasse, jedoch an wirklich jagdbaren Hirschen konnten wir nicht ansichtig
werden. So ließen wir uns, vom hellen Tageslicht umgeben, an einen mächtigen
Buchenstamm nieder um die Umgebung im Auge zu behalten, denn von einer weiteren
Pirsch versprachen wir uns nichts. So saßen wir um den Buchenstamm, jeder sein
Gesichtsfeld beobachtend, und seinen Gedanken nachhängend die da wohl lauteten:
was wäre gewesen wenn, doch leider hatte es nicht, da half
nichts mehr. Aber ärgerlich war es auf jeden Fall. Wir mochten etwa
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eine
halbe Stunde gesessen sein, nichts war in Anblick gekommen als ich plötzlich
ein leises Tab, Tab, Tab vernahm. Da musste etwas im anwechseln sein dachte ich
mir. Gespannt starrte ich zu der Stelle die nur ich im Gesichtsfeld hatte um zu
erfahren was da kommen würde. Enttäuscht und angefressen war ich als da ein
Schäferhund auf achtzig Gänge zwischen den Bäumen und Sträuchern
dahintrabte. Nahm aber trotzdem das Fernglas hoch und besah mir diesen
ungebetenen Gast der gerade an einen Baum seine Duftmarke hinterließ.
Siedendheiß durchfuhr es mich als sich der vermeintliche Schäferhund im
Fernglas als ein Wolf entpuppte. Doch leider zu spät, der Wolf verschwand.
Traurig betroffen, innerlich hoffend er möge zurückkehren, starrte ich dem
Schemen nach und urplötzlich war wieder dieses Tab, Tab, Tab zu hören. Nun war
ich gewappnet. Da schob sich auch schon ein weiterer Wolf auf cr. Siebzig Meter
hinter einen Baum sichernd hervor. Ohne meinen Blick von ihm zu nehmen berührte
meine linke Hand den Chef und auf die vorsichtig zugeflüsterten Worte, ein Wolf
ist vor mir, war alles nur noch reagieren. Mit seinen Blick in die Richtung des
Wolfes der schon misstrauisch sichernd abgehen wollte, schwang die Doppelbüchse
ihre Läufe auch dahin und in sekundenschnelle verließ ein todbringendes Geschoss,
die Stille des Waldes zerreißend, dröhnend den Lauf. Im Knall sich überschlagend,
warf es Isegrim ins Laub. Ringsum Stille. In den Ohren dröhnte noch der Büchsenknall
und im Hirn war das ungläubige Staunen das da ein Wolf erlegt worden sei.
Langsam wich die Lähmung und wir bewegten uns ruhig in Richtung des Wolfes. Da
standen wir dann staunend am Gestreckten, der da im bunten Herbstlaub vor uns
lag, und konnten unser Glück kaum fassen. Endlich fanden wir Worte und ich wünschte
meinen Chef mit festem Händedruck ein herzliches Weidmannsheil zu dieser raren
Beute. Gespräche, durchzogen mit dem fühlen eines beglückten Herzens,
flammten auf und immer wieder ging der Blick zu Isegrim um diesen Anblick unvergesslich
ins Gedächtnis aufzusaugen. Fotos wurden gemacht und alsbald war
auch die rote Arbeit getan wobei wir feststellten das Isegrim Teile eines
Rehkitzes im Magen hatte. Hernach banden wir den Wolf auf eine Stange um ihn
stilgerecht mit Stolz geschwellter Brust zur Jagdhütte zu tragen. Dort
angekommen verbreitete sich die Kunde von der Wolfserlegung wie ein Lauffeuer,
so dass sich bald etliche Jäger und Nichtjäger einfanden um den Erleger zu
beglückwünschen. Für sie war ein Wolf nichts weiter als ein Räuber und
Viehdieb den sie am liebsten ausgerottet hätten und jede Erlegung war ein
kleines Fest für sie. Für uns aber war er ein Stück wunderschön erlebter
Jagdgeschichte, das wir unvergessen mit nach Hause nahmen.
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