Jagderlebnisse von Jörg Meier

Freunde sind Menschen, die man kennt und trotzdem mag!

 
Die Schweden kommen! Biber! Elchjagd in Värmland

Der Hubertusschaufler
 

Es sollte kein Vollschaufler sein, das Jagderlebnis sollte im Vordergrund stehen So machte ich mich im letzten Jahr auf ins Memelland, im heutigen Litauen. Starke Hirsche sah ich gleich am ersten Abend am Schilf der kurischen Nehrung, geführt von Paulus einem litauischen Berufsjäger. Nur galt es mir einem Dam- keinem Rothirsch. Eine Woche saßen und pirschten wir in einer ursprünglicher abgeschiedenen Landschaft, nur die Pilze schienen die Litauer noch stärker anzuziehen als sie es hier in Deutschland schaffen. In Anblick bekam ich aber nur Rotwild und nur einmal einen Schaufler - zu weit zum Ansprechen. Als Schneider fuhr ich heim. In diesem Jahr sollte es dann die Woche um Hubertus sein und ich fuhr mit der Skt. Petersburg von Kiel 26 Stunden über die Ostsee nach Memel bzw. heutige Klaipeda. Auch jetzt zog mich der memelländische Wald wieder in seinen Bann, nach einem Tag Pirsch und Anblick, zwei Tagen Feiertagspause ging's am 3.11.2001 wiederum mit Paulus ab ins Revier. Der Anblick von hochflüchtigen 5 Stücken Kahlwild   und  einem Schaufler ließ das Jagdfieber steigen. Zwei Stunden später vernahm Paulus dann Brunftgeschehen und die Pirsch brachte uns diesem näher. Plötzlich starke Brunftwitterung und eine Brunftkuhle neben mir aber nichts zu sehen oder hören. Paulus stellt mich an und rührt den Fichtenanflug etwas an. Dann ein Knacken vor mir und ein Stück Kahlwild die Schneise überfallend und dann geht eigentlich alles viel zu schnell: Ich ahne eine Schaufel im Gewirr der Dickung hoffe auf besseres Schussfeld und der starke IIb steht mit dem Blatt frei. Die alte Baikal, mit besserer Optik als im Vorjahr, anlegen und die 308 ins Ziel bringen ist ein einziger Gedanke denn viel Zeit bleibt hier nicht. Mit einem guten Lungenschuss geht der Schaufler noch etwa 120m und liegt dann. Einen 78kg schweren Schaufler am Ende der Brunft auf der Pirsch zu erlegen und mir dann sein 3,1kg schweres Schaufelgeweih, bei der 36 Stunden dauernden Rückfahrt über die Ostsee im Kajütenbett über mir zu wissen ist mir ein unvergessliches Erlebnis.

Jörg Meier 2002


Der starke Schaufler des Autors

Ein starker Schaufler aus Litauen

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Die Schweden kommen

 

Die Schweden kommen, in alten Zeiten hieß es wohl eher die Wikinger kommen, aber diese Ankündigung löst in unserem Hause, sicher ganz im Gegensatz zu den alten Zeiten, eitle Freude aus. Per und Jonas aus Värmland waren nun schon im dritten Jahr hier zur Saujagd und ich dafür in Schweden auf Elch.

Im Februar 1999 erhielt ich einen Anruf eines Freundes, dieser hatte schon seit 1994 jagdliche Kontakte in Schweden. Seine Frage war, ob es wohl möglich sei, zwei schwedischen Jägern eine Ansitzmöglichkeit auf Sauen zu ermöglichen, ich sagte sofort spontan zu, wohl wissend dieses mit den Mitjägern im heimischen Revier noch abstimmen zu müssen, allerdings auch mit der sicheren Vorahnung hier auf offene Ohren zu stoßen. Nach erfolgter Abstimmung ging es nun um genaue Terminierung, denn die nordischen Jäger hatten eine etwa 1000km weite Anreise und der Novembermond sollte einigen Erfolg sichern. Nun fällt in diesen Zeitraum immer eine aussichtsreiche Drückjagd bei befreundeten Jägern im Nachbarrevier und auch hier schon seit Jahren mit schwedischer Beteiligung aus Smaland. Auf die Anfrage beim Nachbarn erwiderte Achim: "Bring sie man mit." Beruflicher Alltag ließ dann die Angelegenheit etwas ins Hintertreffen geraten, aber im Oktober trafen dann die schwedischen Kopien der schwedischen Jaktkort`s hier ein und ich schickte zwei Tage später die Ausländerjagdscheine zurück.

Im deckungsarmen Marschrevier waren die Kirrungen wegen fehlender Eichelmast gut angenommen und die Schweden konnten kommen. Am letzten Freitag im November erfolgte dann die Anreise und nach kurzem Bewinden wurde dann der Ansitzplan für den Abend besprochen. Vorher sollte es an der Elbe dann noch auf die hier sehr zahlreichen Gänse gehen, aber als wir über den Deich kamen standen im Schlamm frische Saufährten, also abbrechen und nach dem Abendessen um 21.00 Uhr raus zum Ansitz. Bis 2.00 Uhr wollten wir sitzen, aber um 21.50 Uhr fiel schon der erste Schuss. Nach meiner Einschätzung mussten entweder Per oder Jonas geschossen haben, da Burkhard weiter weg saß und in dem offenen Gelände dieses gut zu orten war.
Mir kamen die Sauen nur sehr weit und gegen 2.00 Uhr blinkte ich mit dem Scheinwerfer Burkhards Sitz an. Auch Burkhard meinte nur Per hätte geschossen und dort lag dann auch ein Keiler von 86kg. Per`s erste Sau die er in Anblick bekam und dann gleich solch ein Keiler - leider nur 3jährig, aber Per hatte 3 Stücke 
   Schwarzwild vorgehabt und meinem  Ratschlag folgend hatte er auf das schwächste Stück der Rotte geschossen, meiner Meinung der wichtigste Tip für die beiden Elchjäger, damit nicht eine Bache zur Strecke kommt. Da Per das wirklich schwächste Stück nicht frei bekam hatte er auf das nächst schwächere Stück geschossen und damit diesen Keiler erlegt. Nach der Versorgung bekam Per den Bruch überreicht und war tief beeindruckt. Nach Berücksichtigung der langen Anreise kam es nur zu einem relativ kurzem Umtrunk in dessen Verlauf der von mir zu erlegende Elch für das nächste Jahr, von den beiden in immer größeren Dimensionen geschildert wurde.

Am nächsten Morgen überquerten wir mit der Fähre die Elbe und nach einem ereignisreichen Jagdtag, lagen abends im Fackelschein, 26 Sauen und 4 Füchse. Wir 4 waren zwar alle nicht zu Schuss gekommen, aber vom Verblasen der Strecke und dem anschließendem Schüsseltreiben mit Jagdgericht und Horrido waren meine Gäste tief bewegt.

Ein Gegenbesuch zu Pfingsten, in Schweden, mit einigen selbstgefangenen Hechten, vertiefte unsere Freundschaft und bestätigte die Teilnahme an der Elchjagd 2000, vorerst allerdings ohne eigene Waffe. Kurz gesagt war es für mich eine sehr schöne Jagdwoche mit unvergesslichen Erfahrungen, besonders in Bezug auf die so völlig andere Einstellung zur Jagd in Schweden - 26 Jäger trafen sich im Oktober für eine Woche, vorwiegend zur Fleischgewinnung. Gastfreundschaftliche Mitjäger und eine herrliche Landschaft ließen die Zeit viel zu schnell vergehen.

Zum Januarmond 2001 erlegte dann Jonas seine erste Sau und es war wieder eine schöne schwedische Woche. Die Elchjagd 2001 musste ich unfallbedingt absagen, aber im November erlegten dann die beiden Schweden innerhalb einer Woche insgesamt 4 Sauen der Überläufer-/Frischlingsklasse. Zwei Niederwildtreibjagden ergänzten den Aufenthalt.

Mit Freunden verbrachten wir dann auch unseren Sommerurlaub bei herrlichem Wetter in Schweden.
Im April werden wir mit 4 Jägern zur Biberjagd in Schweden dringend erwartet, da der Biber dort, lt. Per, große Schäden verursacht - ich werde berichten.

Aus einem Gästebuch in Schweden: "Freunde sind Menschen, die man kennt und trotzdem mag".

Jörg Meier 2002

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Biber

Als meine schwedischen Freunde im November hier zum Sauansitz waren, erzählten sie von ihren großen Problemen mit dem schwedischen Biber. Die Überpopulation würde zu Schäden am Nutzholz durch Fraß und Überschwemmungen in bisher nie da gewesenen Ausmaß führen. Den Biber haben wir hier im Elbtal auch wieder seit einigen Jahren und beide Schweden meinten, dass der Biber mit enormer Vermehrungsrate auch hier in Deutschland in einigen Jahren Probleme machen wird. Da die Firma Volvo im Jahr 2002 ihr 75 jähriges Jubiläum feiert, planten wir eine Besichtigung in Göteburg mit anschließender Biberjagd in Värmland.

Ende April reisten wir mit vier Jägern nach Schweden und trafen in< Göteburg auf die Schweden. Hier wurde uns Micha vorgestellt, dieser führte uns durchs Volvowerk und sollte auch an der Biberjagd teilnehmen.
Am nächsten Morgen saßen dann die drei Schweden und wir vier verteilt am klaren Bach und warteten auf den Biber. Als es dann richtig hell geworden war, wurde mir klar was die beiden mit Schäden meinten: 150m rechts und links vom Wasser standen nur noch wenige Bäume und überall Fraßspuren. Selbst Bäume mit bis zu 60cm Durchmesser verschmäht der Biber nicht. Per brachte den ersten Biber dann zur Strecke, aber wir anderen hatten ja noch Zeit. Am Nachmittag errichteten wir dann unser Biwak direkt am rauschenden Bach, Jonas hatte sich ein Militärzelt geliehen und dieses sollte für die nächsten 10 Tage unsere Unterkunft sein.
Beheizt mit einem kleinen Holzofen, beleuchtet mit einer Gaslaterne und wir alle ausgerüstet mit Schlafsäcken, Luftmatratzen und Feldbetten bot es bei Temperaturen knapp über Null eine urige Atmosphäre. 

 

Fern von der nächsten Straße war der Bach die einzige Geräuschkulisse. Rund um das Biwak hatten wir in mehreren Revieren Jagdmöglichkeit und so wurde morgens früh angesessen, dann gefrühstückt und ausgiebig geruht. Ab Mittag wurden dann die Möglichkeiten für den Abendansitz ausgelotet oder mit dem jeweiligen Jagdeigner eine Revierbesichtigung vorgenommen. Natürlich mussten auch die erlegten Biber versorgt werden und wer meint schon eine Sau

  abzuschwarten, wäre eine Heidenarbeit, der möge sich mal an einem Biber versuchen, aber mit vereinten Kräften und unter fachkundiger Anleitung der schwedischen Freunde haben wir auch dies geschafft. Davor stand nur das Problem, den Biber mit einem sehr präzisen Schuss so zu treffen, denn Nachsuche in zwar z. T. klaren aber auch reißenden Bächen gestaltet sich eher schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Fünf Biber lagen dann am Ende auch auf der Strecke und Per überreichte mir für den ersten Biber dann auch einen Bruch: Einen Span von vom Biber gefällten Baum. Bei nassem Wetter erlebten wir herrliche Jagdtage und der Termin für die Biberjagd 2003 steht auch schon, davor liegt dann erst mal die Elchjagd in Schweden und dann im November kommen die schwedischen Freunde gleich zu dritt zum Vollmond, denn auch Micha möchte seine Chance nutzen mal auf Sauen zu jagen.

Jörg Meier 2002

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Elchjagd

Seit einigen Jahren pflege ich eine intensive Jagdfreundschaft mit zwei schwedischen Jägern. Die beiden haben bei mir schon etliche Sauen erlegt und der von mir zu schießende Elch wuchs mit der Anzahl der von ihnen erlegten Sauen.

Im Oktober 2002 sollte ich mit Per auf einem Pass sitzen und so ging es zum 2. Montag nach Schweden. Da wir etwa 1000km Wegstrecke haben und mein Vater noch weiter Richtung norwegische Grenze wollte, fuhren wir schon am Freitag. Den laufenden Elch hatten wir schon im Frühjahr während der Biberjagd absolviert und so wurde am Samstag pausiert. Am Sonntag ist dann immer erst noch Möte (Jagdversammlung) und hier lernte ich dann auch vier neue Jäger aus Dänemark kennen - gemeinsam freuten wir uns über die internationale Beteiligung. 

Um 6.30 Uhr saßen wir dann am Montag bei sehr starkem Wind, Regen und 3 Grad auf Per`s Pass. Dieser Tag bescherte uns keinen Anblick. Abends lagen dann ein passabler Bulle, eine Kuh und ein Kalb auf der Strecke. Da wir erst für Mittwoch im Schlachthaus eingeteilt waren zog es uns nach der abendlichen Möte schnell ins Warme. Im Sommerhaus hatten Per`s Eltern auch schon kräftig eingeheizt und den Rest besorgte die vorzügliche Verpflegung. Per`s Hoffnung auf Pass 6 für Dienstag hatte sich nicht erfüllt, er zog die 3 und so saßen wir am Morgen um 7.00 Uhr mitten im Wald bei ruhigerem Wetter und nur leichtem Regen. 

Gegen 8.00 Uhr wurde es trocken und gegen 9.00 Uhr wurde vom Hundeführer ein sehr starker Elch und zwei schwächere Stücke gemeldet. Mir war schon vor der Jagd von beiden Schweden ausdrücklich erklärt worden, dass hier andere Verhältnisse gelten. Selbstverständlich wird auch hier das Kalb vor der Kuh erlegt, aber der Schwede jagt vorrangig wegen des Fleisches, Trophäen sind nebensächlich und werden oft auch weggeworfen. Da der festgesetzte Abschuss erfüllt werden muss, meine Mitjäger besonders auf ihren Fleischanteil hofften und die sehr dichte Vegetation die Jagd erschwerte, musste nach erfolgter Freigabe möglichst schnell geschossen werden. 

Nach kurzer Zeit wurde der Hund vor uns laut, kam dann bald näher, dann ein leises Knacken und es bietet sich sofort die Gelegenheit das schwächste der beiden anwechselnden Stücke zu beschießen. Eine armdicke Kiefer erzittert vom Schuss, der 2te sitzt im Leben und auch der vorher angeordnete 2. Schuss aufs Stück sitzt kurz hinter dem Blatt. Der Elch überquert noch den Weg und bricht nach ca. 60m hörbar zusammen, mein erster Elch. "Wenn der starke jetzt auch kommt musst du schießen", flüstert Per mit einem Bruch in der Hand. Per nimmt Kontakt mit der Passnachbarin auf und geht zum Elch. 

Mich schüttelt jetzt heftigstes Jagdfieber, dann wieder nur ein leises Knacken: Da ein ganz starker Elch, ein leiser Zweifel - Schießen oder nicht, meinen Elch habe ich doch schon..... Nun ich habe geschossen und damit zwei Elche innerhalb kurzer Zeit. Zuerst einen ganz schwachen Spießer und der zweite lag, trotz Lungenschuss, nicht gleich am Anschuß, wurde nach 120m vor dem Hund auch noch wieder hoch und bekam von Jonas, meinem anderen schwedischen Freund dann den Fangschuss. 

Nachsuchen werden dort im Revier, wegen der großen Gefahr des Verhitzens sehr früh, mit allerdings hervorragenden Hunden durchgeführt. Der Järmthund stellte sehr schnell, aber die sehr dichte Vegetation erschwert die Antragung eines Fangschusses. Ja und dann lag da mein zweiter Elch mit guten Schaufeln und 14 Zacken. Jetzt stand uns noch schweißtreibendes Aufbrechen und das anschließende Bergen im dicht bewachsenen, unwegsamen Gelände bevor. Mit 8 Mitjägern und einem vierrädrigem Allradmotorrad, welches zusätzlich mit einer Seilwinde ausgerüstet war, war dies kein Kinderspiel. Ein später aufgesägter Zahn des Elches ergab ein Alter von 14 Jahren! 

Welchem Jäger ist es in der heutigen Zeit vergönnt zusammen mit solch guten Freunden zu jagen, dabei so ganz nebenbei so einen Abschuss tätigen zu dürfen und dieses völlig frei von finanziellem Interesse? Der Novembermond hat uns wieder eine gemeinsame Jagdwoche hier im mecklenburgischem Revier erhellt, Anfang Mai habe ich noch einen 28kg schweren Biber in Schweden erlegt und der Blick auf die beiden Elchtrophäen lässt die Gedanken immer wieder einmal ins värmländische Revier schweifen und ich meine den Geschmack der dort so zahlreichen Moosbeeren auf der Zunge zu haben. 

Meinen Jagdfreunden Jonas und Per nochmals 

Waidmannsdank 

Jörg Meier 2003


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