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Vom Löwen und dem Hund
Schon ihr erster Auftritt hätte uns zu denken geben sollen: Als wir den Schlag öffneten und der Hund seine Füße zum ersten mal auf Staufenberger Boden setzte, kam just in diesem Moment Nachbars weißer Schäferhund angeschossen. Es entstand ein Tumult, unser Neuerwerb brachte sich schreiend unter Nachbars Wagen in Sicherheit, Nachbars brachten schreiend ihren Hund in Sicherheit, Frauchen schrie vor Unsicherheit und die Kinder schrien auch - mit Sicherheit! Es war toll. Dieser Tumult war so ganz nach dem Geschmack der Staufenberger. Überall gingen die Fenster auf und man raunte sich zu: Löwe´s haben einen Hund. Ruck zuck war der Wagen von einer Herde Kinder umringt, denen es letztlich gelang, Aika darunter hervor zu locken. So wurde sie von Arm zu Arm gereicht und ist seither bekannt in der 1.500 Seelen-Gemeinde, wie der sprichwörtliche "Bunte Hund". Eine Einladung in den Kindergarten folgte, und eine in die Schule. Es gibt keinen, der nicht unsere Aika kennt. Auf der Straße: Inzwischen ist es so weit gekommen: Wir marschieren durch den Ort. Mein Hund und ich. Die Leute bleiben stehen: "Ahhhh, da ist ja Aika...", grüßen den Hund und liebeln ihn ab, bis sie merken, daß da noch jemand am anderen Ende der Leine hängt. Den Mann aber in grün, den kennen sie nicht so genau. Nach kurzem Kopfnicken gehen sie schnell weiter. In jedem Hund steckt ein bisschen Bestie:
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Aber unser Hund weiß auch - wenn´s darauf ankommt - mit seiner guten Erziehung zu beeindrucken : Wieder waren wir zwei zu Fuß im Dorf unterwegs, mein Hund und ich. Letzterer ohne Leine, neben mir. Plötzlich begegnete uns, wild kläffend und mit gefletschten Zähnen, Gott sei gedankt an der Leine seines kämpfenden Herrchens, einer dieser berüchtigten kleinen Hunde, die besonders durch ein Schleifchen auffallen, welches zum Zwecke der Unterscheidung zwischen vorne und hinten an der Stirne angebracht wird. Jeder wird verstehen, daß mein unschuldiger Hund um sein Leben bangte ! Um nicht in die Klauen dieser Bestie zu geraten befolgte sie die Kommandos ihres Herren auf´s genaueste: "Fuß", vor dem Zebrastreifen "Sitz", schauen und wieder "Fuß". Es klappte perfekt! Eben bog ich um die nächste Hausecke, gerade außer Blickweite der Leute hinter mir, da war es vorbei mit dem Gehorsam und meine Aika stürmte wieder voraus. Aber ich konnte gerade noch hören, wie die Frau dem Mann zuraunte: "Ich möchte wissen, wie der das hin kriegt, daß sein Hund so horcht, bei unserem klappt das einfach nicht." Mit stolz geschwellter Brust kamen wir heim, mein Hund und ich ! Die Frage: Richtig oder Falsch ?
Einmal hatten wir allerdings auch unterschiedliche Auffassungen von dem, was richtig ist und was
falsch. Löwe´s hatten So schickte ich unseren Besuch nach Hause und wartete auf meinen treuen Gefährten. Heftiger Regen setzte ein. Ich rief, wanderte, rief, suchte. Mein Hund blieb verschollen. Völlig durchnässt gab ich auf und marschierte Richtung Heimat. An den ersten Häusern fing mich die "Hunde-Jule" ab: "Ach," säuselte sie, "Sie suchen wohl Ihren Hund ?" Ich ahnte fürchterliches: Vor Stunden schon hatte Aika der Dame ein wenig Gesellschaft geleistet und war sich dann, frisch gestärkt, weiter marschiert.
Fazit: Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass mein Hund weiß, was er tut und horche auf ihn, so gut ich kann. | ||||||
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Jetzt im zweiten Teil der Geschichtchen um Aika möchte ich von den Abenteuern in Wald und Feld erzählen. Aber vorweg sei gesagt: Es ist alles frei erfunden, Personen und Namen sind rein zufällig, und so weiter. Auch können alle lesenden Hundeführer es sicherlich besser als ich, denn ich will kein Lehrbuch und keine Heldengeschichten schreiben, sondern Geschichten, die das Leben schrieb, erzählen. Geschichten, die morgen vielleicht so wieder passieren könnten - oder auch nicht - weil sie einmalig sind. Beurteilt selber: Der Züchter hatte uns gewarnt: "Intensiv am Hasen arbeiten." hatte er gesagt. "Sonst gewöhnt sie sich an, weite Wege zu jagen, und das kostet immer Zeit..." Oh ja, vom Vorgängerhund kannten wir dies aus eigener Erfahrung. Aber findet mal einen Hasen heutzutage. Zumal noch im Wald! Ich durchstreifte meine kleine jagdliche Parzelle von vorne nach hinten, sah hinter jedem Baum nach: Nichts. Kein Langohr in Sicht. Aber Rehe. Eifrig begeisterte sich mein Hund an der Jagd hinter den lustig davonwippenden Rehwildspiegeln... Aber: Nach spätestens 5 Min. war sie immer wieder da. Das tröstete ein wenig. Immerhin: Ich änderte die Taktik dahingehend, daß ich die Jagd auf "nicht erlaubtes Wild" abstellte. Inzwischen kann ich den Hund per scharfem Ruf stoppen. Meistens jedenfalls... Dann kam der Tag X: Vor uns zischte ein Hase davon ! Also: Hund an die Spur und los ging’s. Dabei viel schon früh auf, daß Aika auf jedes Wild anders reagiert. Bei Rehen bellt sie interessiert, bei Sauen dunkler. Aber beim Hasen überschlägt sich ihre Stimme. Helle Begeisterung, wirbelwind. Die Flinte parat haltend stand ich bereit, und tatsächlich: Der Laut kam zurück, Aika brachte den Hasen wieder! Die Spannung stieg: Wo? Da! Jetzt? Hund - Has? Husch - vorbei. Schon entfernte sich der Laut in die entgegen gesetzte Richtung. Ich will es kurz machen: Herrlich ist das Brackieren am Has, aber irgendwie schwierig auch. Noch ist es mir - trotzt einiger Möglichkeiten, die mir der Hund inzwischen verschafft hat - nicht gelungen, auch nur einen einzigen Langohr zu erwischen. Am Hund lags nicht... Die Jagd am Hasen, zweiter Teil Einmal, es war an einem Sonntag. Um die Zeit, wo man normalerweise in der Kirche zu sein pflegt. Ein guter Zeitpunkt, so dachte ich, es wieder einmal zu versuchen. Prompt kamen wir auf eine Spur, der Hundelaut entfernte sich, ich machte mich fertig. Doch dann war plötzlich etwas anders: Es krachte und rumpelte im Holz, mehrere - mindestens drei Hundestimmen waren zu hören. Nun kam der Laut wieder auf mich zu. Irritiert von dem Gekrache und der seltsamen Vielstimmigkeit" meiner Aika bemerkte ich den Hasen zu spät, konnte auch den direkt folgenden Hund nicht mehr abfangen und ging grübelnd hinauf zum Weg. Da sah ich schon von weitem jemanden auf mich zulaufen. Er wedelte mit den Armen und japsend rief er schon von weitem: Hören Sie, was ich grad erlebt habe! Und dann erzählte er, wie plötzlich ein Hase auf ihn zugerannt sei, verfolgt von einem schwarzen Schatten. Beinahe sei er seinem Husky in den Rachen gesprungen. Habe im letzten Moment kehrt gemacht und sei zurück in eine Hecke gesprungen. Aus dieser kam dann jedoch nicht nur der Hase, immer noch verfolgt von meinem Hund, sondern eine ganze Rotte Sauen, mindestens 15! Denen sind dann seine Hunde hinterher gejachtert... Na ja, das Revier war mal kräftig durchgemischt worden... So viel zum Einjagen am Hasen. Noch mal Hase
Ein letztes Hasenerlebnis am Rande, weil’s so schön war:
Wir zwei, Aika und ich hatten gerade eine Unterrichtsstunde Erste Kontakte zur Wundfährte Aikas Züchter hatte auch erkannt, daß dieser Hund ein richtiger Nachsuchentyp sei. Ruhig vom Wesen, stark in der Nase. Auch hier konnten wir zwei Seiten des Hundes kennen lernen. So ausgelassen und wild sie toben kann, so ruhig ging sie an ihren 1. Anschuß. Leichter fleckiger Schnee lag, es war windstill. Das Kitz hatte Tiefblatt gezeichnet. Ideal zum Anfangen. Konzentriert, jederzeit auch zu stoppen, fand sie zum Stück. Diese Übung haben wir oft genug gemacht. Leider hat sie inzwischen an Temperament zugelegt, so daß man inzwischen den Riemen bisweilen schon fest anpacken muss. Vor allem, wenn die Übung zu leicht ist. Am Stück ist dann mit einem Schlag die Arbeit erledigt. Ist das Stück verendet, ist es keinen weiteren Gedanken mehr wert. Dies ist manchmal schade, hat jedoch auch Vorteile. So stand ich einmal in einem Buchenaltholz. Aika war mit den Treibern mitgegangen. Plötzlich, unverkennbar, der Laut meines Hundes am Reh! Der Laut kam auf mich zu, die Rehe auch: Bock, Kitz, Ricke. Das Kitz verendete im Knall, die anderen Rehe sprangen aus dem Treiben. Mein Hund kontrollierte ansatzweise das Kitz, (Uninteressant weil verendet...)und brachte kurz darauf die beiden übrigen Stücke zurück ins Treiben, dem Nachbarschützen. Aikas erste gefundene Sau Schon der erste Suchen-Kontakt zu Sauen hatte es in sich.: Auf einer kleiner Stupfel-Jagd" hatte ein Schütze eine einzelne Sau gefehlt". Auf meine Bitte hin durfte ich die Fährte doch kontrollieren. Aika lag ungewohnt heftig im Riemen, nach kurzer Suche erster Schweiß! Eigentlich hätte ich hier abbrechen und erst mal beratschlagen sollen. Aber der Ehrgeiz war stärker und das Glück uns hold: Nach 150 m lag - mit Waidwundschuss - ein bereits verendeter Überläufer. Was für ein Dusel für den jungen Hund - und seinen ehrgeizigen Führer.... Wehe, wenn die Sau noch gelebt hätte... Die Schlappen-Sau Sauen haben mich schon immer besonders angezogen. Eines Tages war ich unterwegs zum Jägerstammtisch. Gute Hosen, frisches Hemd, Schläppchen. Als ich dort eintraf, bat mich einer der Jäger, doch kurz mitzukommen. Er habe auf eine Sau geschossen. Sie sei bestimmt nicht mehr weit gegangen, aber er wollte nicht allein zwischen den, von "Lothar" herumgewirbelten Stämmen herumklettern. Sofort sagte ich zu. Eine kurze Totsuche auf eine Sau. Hund, was willst du mehr? Was kümmerte es da, daß es stockfinster war? Und ein paar umgefallene Bäume können doch ein Löwen-Gespann" nicht schrecken....!
Genug fürs Erste mit der Nachsucherei. ( Obwohl man von solcherlei Geschichtchen doch viel für sich selber lernen kann) Vielleicht ein andermal mehr davon. Denn tolle Erlebnisse hatten wir auch mit lebenden Sauen ! Wenn eine Sau ein Bad nimmt. Anfang Mai. Aika pürschte neben mir durchs "Hohr Loch". Plötzlich zuckte ich zusammen: Da war doch eine Bewegung gewesen ?! Ich sank auf den Boden, tatsächlich: Auf 20 m stand da eine Bache mit ihren Frischlingen im Bach. Huch wo war eigentlich Aika geblieben ? Sekundenlang hatte ich sie ganz vergessen! Im Augenwinkel sah ich sie neben mir sitzen: Sie starrte hinunter zum Bach und bebte am ganzen Leib. Welche Aufregung! 5 min beobachteten wir dies seltene Schauspiel, dann wagte ich mit Aika den Rückzug. Und es gelang: Ohne daß uns die Sauen mitbekamen, machten wir uns aus dem Staube. Aber dieses Bild werde ich mein Leben nicht mehr vergessen: Mein Hund neben mir, und vor uns die Sauen, ganz dicht, ganz ruhig. Sagenhaft. Aus nächster Nähe Im Winter war ich einmal bei Nacht unterwegs. Es war sehr kalt, der Schnee wies den Weg, der Mond strahlte mit diesem tollen, unwirklichen Licht: Die Schatten stehen dann so, wie sie bei der Mittagssonne stehen, und doch ist alles nur matthell beleuchtet. Eiskristalle funkelten. Irgendwo bellte ein Fuchs. Ich liebe diese Nächte und es zieht mich magisch raus. Aika brauch` ich nicht zu fragen, die ist begeistert, egal welches Wetter ist. So marschierte ich knirschenden Schrittes recht achtlos vor mich hin. Plötzlich, ganz nah unter dem Weg ein Knacken, ruscheln und Blasen. Instinktiv warf ich mich in die Böschung. Ich hatte Aika unter mir begraben, packte ihre Halsung: Sauen !! Da schoben sich schon die ersten schwarzen Schatten auf den Weg. Aika unter mir bebte, aber ohne einen Laut. Ich hatte das Halsband kräftig zugedreht... Langsam brachen die Sauen, näherziehend, auf der anderen Wegseite. Schließlich trennte uns nur noch eine Straßenbreite! Die Sauen - 5 oder 6 Stück, ich weiß nicht mehr genau, waren genau gegenüber! Plötzlich merkte eine der Sauen etwas. Hatte wohl in küsselnden Wind Witterung bekommen, ohne diese genau einsortieren zu können. Sie blies und mahnte. Alle warfen auf. Gleich springen sie ab, dachte ich, doch weit gefehlt: Unvermittelt sprangen sie auf einmal genau auf mich zu und rechts und links direkt an mir vorbei die Böschung hoch. Kaum 10 m weiter sicherten sie kurz und begannen wieder zu brechen. Ich brauchte einige Sekunden um zu verarbeiten, was grade geschehen war. So dicht war ich den Schwarzen" noch nie gewesen .Ich hätte sie greifen können! Plötzlich merkte ich, daß ich Aika losgelassen hatte. Aber die war genauso an den Platz gebannt wie ich. Sie muß meinen Pulsschlag unter mir gespürt haben. Wir warteten, bis die Sauen außer Sicht waren, dann schlichen wir weiter. Was für ein aufregendes Erlebnis! Auge in Auge
Wieder ein Sonntag. Ein verregneter dazu. Wir inspizieren das Revier. Dabei schleichen wir nicht
etwa wie die Geister durch den Wald, sondern wir bewegen uns sportlich schnell, ohne auf die
Geräusche zu achten. Immerhin wollen wir Strecke machen", also km fressen..."
Der Farn steht am Wegrand hüfthoch. Hier im Stangenholz haben die Sauen ganz frisch gebrochen.
"Vorsichtshalber" muß Aika an die Leine. Das versteht sie als Aufforderung zum Spiel. Sie hüpft
und tobt um mich herum, beist in die Leine und fesselt meine Aufmerksamkeit, da ich mit ihr
rumkaspere. Plötzlich Habt ihr was gemerkt? Ich habe noch immer nicht von der Heldengeschichte geschrieben, mit der ich das Photo betitelt habe. Aika, der Held vom Mai. Tja, ein wenig Spannung hab ich mir noch aufgehoben. Außerdem gibt es noch spannende "Alpen-Gschichten" zu berichten, abenteuerliche Wassererlebnisse, weitere Nachsuchenstories und von der Liebe das eine oder andere Schmankerl. Aber nur, wenn ihr wollt. - äh und ich die Zeit zum Schreiben finde... Also, vielleicht bis zum nächsten mal. Wer weiß... Und viele Grüße von Aika !
Es schneit wie verrückt. Kaum hat der Herr seine Wohlfühl-Klamotten
übergestreift, sich ein Bier gegriffen, um langsam den Tag abzustreifen, da
schellt das Telefon. Der Hund schnellt hoch: Das kann nur mir gelten! Und tatsächlich.
Ein Jäger ist es: Komm nach Müllenbach, ich hab auf eine Sau geschossen. Eine
halbe Stunde später stehen wir am Anschuss. Sieben Sauen waren es. Mit dem Schuss
sprangen 4 Sauen nach unten ab, 3 nach oben, darunter die Kranke. Frank Löwe 2001 |
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Wenn Ihnen die Erlebnisse von Frank Löwe und seiner Aika gefallen, schreiben Sie Ihm doch ein eMail. Frank freut sich gewiss darüber! |
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